11+ Holztisch Massiv Zürich

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Holztisch Massiv Zürich

Fotos: Rita Palanikumar für Sweet Home

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Das Paar Rachel und Alfredo Schilirò ist sehr gerne zu Hause. Hier schalten beide ab von ihrem lebendigen, mit vielen Menschen und spannenden Projekten gefüllten Berufsalltag. Alfredo gehört die kleine, feine PR-Agentur Flowcube, in die auch Rachel mit ihrer Firma «rent a museum» vor ein paar Monaten einzog. Dass die beiden innovativen Unternehmer nicht nur privat, sondern auch beruflich zusammenpassen, wird beim Gespräch schnell klar. Beide sprühen nur so vor Ideen und Geschichten und beide haben ihre Berufskarrieren weit weg von PR und Agenturen angefangen. Alfredo hat in Florenz, seiner Lieblingsstadt, französische Gegenwartsliteratur studiert, eine Doktorarbeit über Julien Green in Paris geschrieben, ist erst mal durch die Welt gereist und hat sich in verschiedenen Jobs umgeschaut, bevor er seine Agentur gegründet hat.

Auch Rachels beruflicher Werdegang hört sich an wie ein kleines Abenteuer: Sie begann mit einer Lehre als Coiffeuse, ging dann über die Handelsschule in ein Immobilienunternehmen und von da weiter in eine Einrichtungsfirma, wo sie die Chance bekam, eine Ausbildung als Innenarchitektin zu machen. Sie liebte die Vielseitigkeit der Branche und lernte alles Mögliche «vom Marketing bis zu Psychologie», lacht die quirlige Frau, «es war unglaublich spannend, zu sehen, was für eine persönliche Angelegenheit das Einrichten ist, man kommt den Menschen dabei wirklich nah!». Sie blieb eine Weile in der Firma, wechselte danach zu Vitra, von wo aus sie aber bald wieder Neues lockte. Ihre Zwillingsschwester, die als administrative Direktorin arbeitete, bat sie darum, einen Vorschlag zu machen, wie man das Museum «Haus Konstruktiv» zusätzlich profilieren könnte. Das brachte Rachel auf die Idee, das Museum für Unternehmensanlässe zu vermieten. Sie machte sich selbstständig, gründete «rent a museum» und spezialisierte sich damit auf die Entwicklung und Umsetzung von Corporate Events in Museen und Galerien. Alfred0, der eine Weile Präsident der Zürcher PR-Gesellschaft war, suchte nach einem interessanten Ort für die jährlichen Generalversammlung, hat das Haus Konstruktiv gewählt und dabei Rachel gefunden.

Die tolle Wohnung im Zürcher Quartier Fluntern haben die beiden beim Spaziergang entdeckt. Da war ein riesengrosses Schild vor dem modernen Haus, auf dem stand: «Zu vermieten 2,5-Zimmer-Wohnung 150 m²». Das Paar verliebte sich sofort in die aussergewöhnliche Wohnung. «Ich bin eigentlich kein Freund von Gartenwohnungen, aber diese wirkt eher wie ein Pavillon mit einer Terrasse und überzeugte mich sofort», erzählt Alfredo. Und Rachel schwärmt: «Der Aufbau der Wohnung ist raffiniert und die Materialien, die gewählt wurden, sind von guter Qualität – und das ist bei Mietwohnungen nicht selbstverständlich.»

«Wir haben nicht mit einem Konzept eingerichtet, sondern einfach die Möbel von unserer alten Wohnung mitgenommen und ein wenig ergänzt. Wohnen bleibt schlussendlich immer Work in Progress», so Rachel. Fotografin Rita und Rachel sind sich in Sachen Fernseher total einig: «Der alte B+O Fernseher ist der einzig schöne, den es gibt. Was nützt da alle raffinierte Technik, wenn man dafür ein solches Unding wie gar einen Flachbildschirm einziehen lassen muss!» Von B+O und Vintage ist auch die Musikanlage. «Ich habe sie über Ricardo gefunden und bin gleich losgefahren, um sie beim Anbieter abzuholen. Unglaublich, der Typ hatte sein ganzes Zimmer voll mit den tollsten B+O-Teilen», erzählt Alfredo.

Was beim Einzug aber erste Priorität hatte, war die Bepflanzung der grossen Terrasse, die eigentlich eine Veranda ist, denn die Wohnung ist umgeben von einem Garten. Er ist so angelegt, dass man die Nachbarhäuser praktisch nicht wahrnimmt. Man fühlt sich sofort wohl in dieser schicken, urbanen Oase, die irgendwie unzürcherisch anmutet, wäre da nicht der Blick auf den See.

Neben dem grossen Wohn-Essraum führt ein Durchgang in die privaten Räume wie Schlaf- und Badezimmer. Entlang des Gangs haben die beiden ein grosses Bücherregal platziert, welches sie auf Mass anfertigen liessen.

Die Wand hinter dem grossen Regal wurde in einem warmen Grauton gestrichen und gibt so eine Bühne für das schlichte weisse Bücherregal.

Das Bild von Beat Zoderer nimmt einen dominanten Platz ein im Wohnzimmer, erinnert ein wenig an die Seventies und passt gut in den Raum und zu dem Wohnstil, welcher auch auf eine sanfte Art die Sprache dieser stilvollen Dekade aufnimmt.

Die Küche geht ums Eck und bietet Aussicht auf den Garten. Im Gegensatz zu vielen Einbauküchen wurde hier auf die typisch schweizerischen «Chuchichäschtli» verzichtet, was viel Grosszügigkeit und Offenheit gibt. 

Kleine Stücke mediterranes Lebensgefühl sind überall in der Wohnung zu entdecken. Alfredo Schilirò ist Sizilianer und in Basel aufgewachsen. Es hat ihn eher durch Zufall wieder in die Schweiz gezogen. Eigentlich wollte er vor allem in seiner Traumstadt Florenz leben und hat diese als Studienort gewählt. Auch in Paris, New York und London wohnte der Literaturwissenschafter. Nach seiner Doktorarbeit, zurück in der Schweiz, schlug er sich erst mal als Nachhilfelehrer für Französisch und Italienisch durch, arbeitete danach als PR-Berater für verschiedene Firmen und hat dabei herausgefunden, dass er eher Unternehmer als Angestellter ist. Zusammen mit Maja Amrein, die damals als Head Corporate Communications beim Migros-Genossenschafts-Bund arbeitete, gründete er 2001 die PR-Agentur Flowcube. Die beiden wurden belächelt, da keiner zuvor in einer Agentur gearbeitet hatte. Doch vielleicht war es genau dieser Umstand, der den Erfolg brachte. Seit knapp zwei Jahren ist Alfredo Schilirò Alleininhaber. «Wir wollten unbedingt klein bleiben und sind so was wie eine Boutique-Agentur, inhabergeführt mit Schwerpunkten in Produkte-PR und spezialisiert auf Unternehmenskommunikation. Flowcube bewegt sich vor allem in den Bereichen Retail, Lifestyle, Fashion, Interior, Design und Architektur.»

Als Abtrennung von Küche und Entree dient ein selbst erfundenes Möbel, nämlich eine antike Kommode, die mit einer massiven Holzplatte versehen wurde und nun Küchenmöbel, Ablage und kleiner Frühstücksplatz ist. 

Kunst hat eine grosse Bedeutung im Hause Schilirò und ist auf selbstverständliche Art integriert. 

Auf die Olivenbäume sind Rachel und Alfredo besonders stolz. Alfredos Vater hat sie ihnen von Sizilien als Geschenk mitgebracht, als ein kleines Stückchen Heimat. In den drei Jahren, seit die Bäume bei den Schiliròs sind, haben sie das Dreifache an Grösse und Umfang zugelegt.

Und da sind auch noch andere Geschenke wie zum Beispiel der wunderschöne Oleander. «Wir schicken die Pflanzen in die Winterferien», erklärt Rachel. «Das ist zwar ein teurer Luxus, aber sonst würden sie leider sterben. Ich kaufe zwar nur noch winterharte Pflanzen, aber am Anfang wussten wir noch nicht so gut Bescheid, wie man mit den Pflanzen am besten umgeht. Wir mussten viel lernen in Sachen Pflanzen und Töpfe. Uns sind anfänglich praktisch alle Töpfe gesprungen oder im Wind umgekippt. Nun wissen wir: keine edle Terracotta aus der Toscana, die springt im Winter, und keine eleganten konischen Formen, welche einfach nicht windfest genug sind!» Nera, der Labrador, geniesst auf der sonnigen Terrasse erst mal eine lange Siesta.

«Diese Ecke ist das Chaosgärtli», so Rachel. «Die Möbel habe ich auf der Strasse gefunden, unglaublich, was die Leute zum Teil fortschmeissen! Eigentlich wollte ich sie mal schick schwarz lackieren, doch nun sind sie grün geblieben und sehen so ganz hübsch so aus.»

Vom Schlafzimmer sieht man direkt ins charmante «Chaosgärtli», die Ecke der Terrasse, welche mit Dusche und kunterbunten Möbeln ein kleines Stück Süden zum Träumen ist. 

Mittelmeerblau ist das schlichte Sofa, das im Schlafzimmer steht und viel dazu beiträgt, dass man in diesem Raum auch wohnen kann. Über dem Sofa hängt eine Fotoserie von Rachel.

Die Bäder der schicken Mietwohnung sind sehr schön, schlicht und leicht ausgestattet. Auch hier ist der Blick nach draussen ein besonderer Genuss.  

Dazugestellt haben die beiden nur das Nötigste, einen praktischen Trolley für alle Produkte und schlichte Staugefässe. 

Stilmix trägt viel bei zu der Persönlichkeit einer Wohnung. Hier strahlt ein Blumenstrauss neben einer Designerlampe auf der antiken persischen Hochzeitstruhe.

Ein besonderer Ausblick ist der auf den See. Überall wurden die Möbel so gestellt, dass ein harmonisches Ineinanderfliessen von Innen- und Aussenbereichen entstanden ist. 

Wichtig ist auch der grosse Holztisch, um den sich unterschiedliche Stühle gesellen. Denn hier wird Feiern auf die sizilianische Art möglich. 

 Bald ist es wieder so weit und die Schiliròs können sich an den Gartentisch setzen und den nächsten Sommer geniessen.

 

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