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4. Mai 2016 von Don Alphonso | 196 Lesermeinungen

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Ich kenne kaum eine Wohnung von bekannteren Netznutzern.

Ich mein, ich weiss vergleichsweise viel über sie. Mit wem sie schlafen und welchen Beischlaf sie nachträglich nicht so gut fanden. Das schreiben sie nicht offen, aber wer zwischen den Zeilen lesen kann, Hashtags wie #whyIsaidnothing erlebt, und sich etwas in diesen Kreisen auskennt, weiss natürlich, wer gemeint ist. Und warum man vielleicht auch nicht mit ihnen schlafen sollte. Ich sehe ihre Wach- und Schlafzeiten, ich sehe ihren stolz verkündete Tätigkeit im Netz, und kann in etwa einschätzen, wo sie beruflich stehen. Ich sehe Veränderungen in ihrem Umfeld, wer in ihrer Gunst aufsteigt, und wer mehr oder weniger brutal weggeschoben wird. Kennt man einen Streit um Einfluss und Geld, so scheint es mir nach anderthalb Jahrzehnten Bloggerei, kennt man alle.

Aber ich kenne die Wohnungen nicht. Das liegt nicht an einem besonderen Hang zum Datenschutz, denn der existiert in Kreisen nicht, die ganz offen über Partnerbeschaffung bei Tinder sprechen – was auch etwas über die Einstellung zu Freundschaften aussagt. Sie zeigen mir viel, wenn sie etwas schön und gut finden, und oft hat es mit “Wohlgefühl“ und “Zufriedenheit“ zu tun. Bei mir und vielen anderen, die ich nicht aus dem Netz kenne, stehen da an erster Stelle die eigenen vier, acht oder mehr Wände. Was ich davon selten im Netz zu sehen bekomme, ist mehr funktional denn schön, mehr Ikea denn wertvoll und, von ein paar Restaurierungsbloggern einmal abgesehen, schlicht und ergreifend austauschbar. Nicht das, was man will, sondern nur das, was verfügbar ist.

Gründerin, mal auf der Titelseite eines Magazins und jetzt auf der re:Publica Vortragende: Graue, niedrige Stahltische auf grauem Industrieteppich. Internetvordenker, Buchautor: Berg mit ungewaschener Kleidung. Leute, die sich von Grossindustrie und Reiseveranstaltern einladen lassen: Seit Jahren die gleiche Mietwohnung und Essen vom Inder, weil die Töpfe noch nicht ausgepackt sind. Promovierte Aktivistin, die anderen zeigen will, wie man voran kommt und selbst damit hadert, dass die Bude einfach nicht passt und zu teuer ist. Katzenbilder, so zurecht geschnitten, damit man nicht das Ambiente erkennt. Viel, sehr viel Berlin, natürlich, und alles in Folge der Preisexplosion in Mietverhältnissen. Nebenkostennachzahlung ist ein Thema, Innenarchitektur nicht.

Es sind Wohnverhältnisse, die man aus Büchern wie “Neuromancer“ und Filmen wie “Blade Runner“ kennt. Es sind Lebensformen, für die Batterieleistung und WiFi-Verbindung entscheidend sind, und die erwarten, dass diese Bedürfnisse immer befriedigt werden. Es ist ihnen vollkommen egal, ob Gläser geschliffen oder gepresst sind. Sie haben keine Tasse und Untertasse, sondern Becher mit Werbeaufdruck und schwarzen, festgetrockneten Resten. Sie sind abgelenkt und fixiert auf das, was auf Bildschirmen abläuft. Es gibt nichts, was sie von aussen ins Netz tragen könnten, das sie nicht vorher daraus bezogen hätten. Ihre Lebensblickachse richtet sich auf den Screen und ignoriert, dass es um sie herum weniger gut aussieht. Das trifft auf die AfD-wählende Studentin mit islamophober Einstellung und Dauerfacebook genauso zu wie auf den Refugee-Welcome-Aktivisten, der das Netz wissen lässt, was er am Lageso tun wird.

Und sie alle fühlen sich wie Stars. Sie haben Follower und Anhänger, Gleichgesinnte und Verehrer. Sie könnten kaum jemand in ihre Wohnung lassen, aber jeden, der will, in ihre Gefolgschaft. Das Internet ist nicht nur eine Wohnung, es ist für sie ein ewiges Walhall, ein dauerhafter Volkskongress, in dem sie die Richtung vorgeben. Das erzeugt Autoblogger, die wirklich glauben, ihr geschmierter Beitrag würde etwas am Gang der Industrie ändern. Es erschafft einen Aktivismus, der sich vor allem damit beschäftigt, im Netz aktiv zu sein. Das bringt mir täglich eine lächerliche Petition von Media in das Postfach, deren Autoren bar jeder Selbstkritik sind. Und viele erwarten, dass man sich an ihren Crowdfundings wie bei Krautreporter beteiligt, oder via Patreon zu ihrem Treiben beiträgt, dem jede externe Qualitätskontrolle fehlt. Warum auch Qualität, es finden sich einige, die dafür zahlen, das Beispiel Krautreporter mag als Vorbild gelten. Es gibt nicht genug für den Bau eines Hauses, aber solange die Batterie hält und die WiFi-Verbindung steht, sind sie genügsam.

Vor 10 Jahren haben Sascha Lobo und Johnny Häusler nicht nur die re:Publica auf den Weg gebracht, sondern auch versucht, 30 Blogs zu kommerzialisieren. Sie wollten mit “Adnation“ einen Vermarktungskanal für Blogwerbung schaffen, und haben sich bei der Gelegenheit mit vielen Leuten – unter anderem auch mit mir – überworfen. Wer die Kommerzialisierung nicht wolle, so Lobo damals, sollte doch ein “Praktikum bei einer nordkoreanischen Staatszeitung“ machen. Die Wirtschaftsgeschichte der Blogger hat danach allerdings gezeigt, dass es sich auch hier um einen eher nordkoreanischen Arbeitssklavenmarkt mit niedrigen Einstiegshürden und noch niedrigeren Erfolgsaussichten handelt; manche der damals Vermarkteten haben ihr Heil längst in der Flucht zu öffentlich-rechtlichen Häusern gesucht. Stefan Niggemeier, damals mit Bildblog dabei, versucht es nach einem Gastspiel bei Krautreporter jetzt – durchaus ehrbar – mit Übermedien. Das Netz ist keine üppige Weide: viel Platz, aber wenig Möglichkeiten, etwas abzugrasen. Man kann sich damit durchschlagen, und hängt dann fest zwischen den schlechten Aussichten und schwindenden Alternativen. Das ist meines Erachtens der Grund, warum die re:Publica so erfolgreich ist: Drei Tage lang dürfen sich die Anwesenden so geehrt fühlen, wie sie die restliche Zeit des Jahres nicht sind.

Dort sprechen sie momentan vor allem über den Hass und dass das Netz nicht so wurde, wie sie es sich gewünscht hätten. Es klingt für mich wie der Streit in einem Wohnblock, der einstmals als Luxusdomizil geplant wurde und nun heroinsüchtige Exrockstars, Immernochhalbstarke und Selbstbewunderer aller Art beherbergt, während im geleerten Pool die Ratten quietschen. Der Aufzug streikt, die Keller sind an die AfD vermietet, die Klimaanlage stinkt nach verbrannten Insekten, und in den Gängen urinieren ein paar betrunkene Piraten-AGHler auf den abgetretenen Teppich und grölen die Internationale. Für ein paar Scheine würde jeder alles tun. Ich bin gerade in Siena, aber das Gemaule und die Reklamationen dringen bis zu mir, und alle beklagen sie den Hass, der im Netz virulent und ganz schlimm sein soll. Es kann schon sein, dass in so einer verkorksten Sozialmediawohnanlage die Stimmung nicht sonderlich gut ist. Aber die Klagen sind verständlich. Ich kenne ihre echten Wohnungen nicht, weil das Netz ihre echte Wohnung ist. Und die entspricht einfach nicht ihren Erwartungen. Per Nonmention werde auch ich bei den Konflikten bedacht – bittschön, ich wohne in einem Palazzo bei Siena, und wenn ich hier den Schlüssel abziehe und radeln gehe, schaltet sich auch das WLAN unter den jahrhundertealten Balken ab.

Wer nichts anderes als das Netz hat, nimmt es zu wichtig. Da unterscheiden sich Netzaktivisten nicht im Mindesten von der Raserszene, für die mangels Alternativen der aufgemotzte BMW 318 das Versprechen eines Lebens ist, das anderen eher peinlich erscheint. Die Konflikte sind so gehässig, weil die Leute wie türkischstämmige Halbstarke von ihrem Ansehen, oder wenn man so will, ihrer Ehre leben, auch wenn das in der Szene “digitale Reputation“ heisst. Das ist nicht materiell, das kann schnell verschwinden, und entsprechend verbittert wird darum gerungen. Offen geben solche Leute dann den ehrlichen Rebellen, hintenrum schicken sie weinerliche Gegendarstellungswünsche an die Herausgeber. Es wird mit allen Mitteln gearbeitet, und das Rauskegeln von Andersdenkenden aus den Berufen gilt mittlerweile als Anlass für Belobigung. Das Netz ist das Crystal Meth, auf dem recht viele in dieser Szene sind, und genau so erbittert und brutal wird darum gehasst, gekämpft und ausgegrenzt: “Du schreibst was bei X also kenne ich dich nicht mehr.” Wie so oft, wenn es um moralische Anliegen geht, ist schon sehr wenig Geld dann ein grosser Grund für Untaten.

Wer das ändern will, sollte ihnen die Sinnlosigkeit ihrer Erwartungen vermitteln. Oder, wenn das zu unmenschlich sein sollte, nicht nur drei Tage, sondern das ganze Jahr Aufmerksamkeit und üppige Löhne für ihr Treiben zukommen lassen. Das würde den Hass mit Sicherheit reduzieren, denn sie würden sich gewürdigt und angemessen beachtet fühlen. Sie wären zufrieden in ihrem Haus, das das Internet ist. Sie könnten vielleicht eine Putzfrau einweisen oder mal in Ruhe abspülen, ihre Krankenkassenrückstände begleichen und nach einer schöneren Wohnung suchen. Mit Balkon. Und darauf Blumen anbauen. Sie müssten nicht dauernd dem nächsten Auftrag oder marginalen Job hinterher laufen, was der Stimmung schadet. Sie hätten sowas wie ein richtiges Leben und könnten anfangen zu überlegen, wie aus dem Internet wieder eine Ergänzung des Lebens wird. Dann nimmt man das alles nicht mehr so ernst. Vielleicht redet man dann auch mal mit Freunden, wenn sie eine andere Meinung haben, statt sie gleich zu Feinden umzuwidmen. Es wäre auch interessant zu sehen, ob mit einem in dieser Szene propagierten bedingungslosen Grundeinkommen die Streitereien vielleicht nachlassen würden.

Ich glaube an das Gute im Menschen. Und an schöne Häuser in der Toskana. Auch ohne Internet.

Wie man den Hass im Netz beendet

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